Wer als Unternehmer neue Beschäftigte sucht, möchte natürlich die Bewerber genauer betrachten. Denn letztlich kommen mit jedem Mitarbeiter nicht wenige Kosten zustande. Dabei könnten neben der Ausbildung, der Berufserfahrung und den Soft Skills ebenso die Gesetzestreue des zukünftigen Arbeitnehmers beziehungsweise im Umkehrschluss mögliche Straftaten dem Arbeitgeber interessieren. Deshalb wird oft von den Bewerbern ein Führungszeugnis verlangt, das ebenfalls Strafregisterauszug oder Strafregisterbescheinigung genannt werden kann.

Was ist eine Strafregisterbescheinigung?

Führungszeugnis

Das Führungszeugnis, im Umgangssprachlichen als polizeiliches Führungszeugnis bezeichnet, ist ein Auszug von dem Bundeszentralregister, welches bei dem Bundesamt für Justiz zu finden ist. Dort erfolgt die Eintragung von strafrechtlichen Verurteilungen durch Gerichte in Deutschland, bestimmte Verwaltungsentscheidungen, Vermerke über Schuldunfähigkeit und andere besondere gerichtliche Feststellungen. Selbst ausländische Verurteilungen gegen die deutschen Staatsbürger sowie gegen die in Deutschland wohnhaften oder geborenen Personen trägt man dort ein.

Welche Arten von Strafregisterauszügen gibt es?

Die Strafregisterbescheinigung kann entweder für die Behörde oder private Zwecke beantragt werden. In dem privaten Strafregisterauszug sind lediglich Verurteilungen angeführt, bei welchen eine Bewährungsstrafe von mindestens einem Vierteljahr oder eine Geldstrafe über 90 Tagessätze verhängt wurde, sofern keine anderen Vorstrafen bestehen. Die Strafregisterbescheinigung für eine Behörde ist ausschließlich für diese staatliche Dienststelle bestimmt. Sie kann auch nur beantragt werden, wenn das Verwaltungsorgan dies ausdrücklich möchte. Dieses Dokument beinhaltet viel mehr Informationen im Gegensatz zum privaten Strafregisterauszug. Denn hier kann auch die Unterbringung in eine Psychiatrie vermerkt sein, falls diese gerichtlich angeordnet wurde. Wenn der Bewerber ein Staatsangehöriger von einem anderen EU-Mitgliedsstaat ist, dann kann die europäische Strafregisterbescheinigung wichtig sein, da sie Nachweise über Verurteilungen enthält, welche im Herkunftsland erfolgt haben. Der erweiterte Strafregisterauszug muss mit einem zusätzlichen Aufforderungsschreiben des zukünftigen Arbeitgebers oder eines ehrenamtlichen Trägers nachgewiesen werden. Er wird dazu benötigt, um die persönliche Eignung von Menschen zu prüfen, welche in ihrer ehrenamtlichen oder beruflichen Tätigkeit mit minderjährigen Personen oder mit Behinderten in Kontakt kommen.